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Eine echte

Erfolgs-

geschichte

Zu Besuch bei dem Erfurter Startup Yazio

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Zu Besuch bei dem Erfurter Startup Yazio

„Wir haben uns nicht einschüchtern lassen, sondern einfach gemacht“

Zwei Gründer aus Erfurt haben eine App entwickelt: Yazio zählt Kalorien. Keine neue Idee, aber ein großer Erfolg: Yazio ist heute eine der erfolgreichsten Abnehm-Apps Europas, mehr als eine Million Menschen haben sie bereits heruntergeladen.

Sebastian Weber (links) und Florian Weißenstein haben Yazio gegründet. Foto: Paul-Ruben Mundthal

Lena hat 62 Kilo abgenommen – damit hat sie ihr Körpergewicht fast halbiert. Sie hat Gemüse gekocht, Wasser getrunken und Kalorien gezählt. Vor allem aber hat sie erkannt, dass sie Verantwortung für ihr Essverhalten übernehmen und ihre Ernährung langfristig umstellen muss, um sich von dem Zuviel auf der Wage zu befreien. „Ich hatte so viele Diäten hinter mir – so viele Versuche, die schief gegangen sind, dass ich eigentlich nicht mehr daran geglaubt, dass ich das schaffen kann“, erzählt die 30-Jährige. „Ich hatte schon ein Stück weit aufgegeben.“ Dann lud sie sich Yazio auf ihr Handy: Eine App, mit der man sein tägliches Essen kontrollieren und Kalorien zählen kann. Es ist die größte Abnehm-App auf dem europäischen Markt und sie wird von einem kleinen Unternehmen in Erfurt gemacht.

„Wir sind Kinder des Internets“

Gegründet wurde Yazio von Florian Weißenstein, 34, und Sebastian Weber, ein Jahr jünger. „Sebastian und ich, wir waren schon immer Kinder des Internets“, erzählt Florian Weißenstein. Die beiden haben schon vor der Jahrtausendwende selbst Websites gebaut und mit Technik experimentiert. Kennen gelernt haben sie sich beim Studium in Ilmenau: Beide belegen BWL, Florian mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik, Sebastian Finanzwirtschaft. Und weil sie sich auch für Ernährung, Sport und Fitness interessierten, starteten sie online eine Kalorientabelle mit Ernährungstagebuch. „Für uns war das damals vor allem ein Hobby, ein Testprojekt“, erinnert er sich. „Eine gewisse Naivität gehörte dazu, wir haben einfach gemacht. Da gab es einen Markt und diverse Produkte – und wir waren der Meinung, wir können das besser.“

  • Mit Yazio kann jeder mobil seine Ernährung tracken. Foto: Paul-Ruben Mundthal

    Einfach machen und ausprobieren ist die Devise der beiden Gründer. Foto: Paul-Ruben Mundthal

  • Der Erfurter Dom verleiht dem Stadtbild etwas ganz besonderes. Foto: Paul-Ruben Mundthal

    Kurze Wege: Florian Weißenstein kommt mit dem Rad zur Arbeit. Foto: Paul-Ruben Mundthal

  • Health-Startups in Erfurt wurden 2017 mit 115 Millionen Euro unterstützt. Foto: Paul-Ruben Mundthal

    Sebastian Weber ist einer von zwei Gründern. Foto: Paul-Ruben Mundthal

  • In der Küche des Büros werden Rezepte entwickelt. Foto: Pressefoto

    Das Startup beschäftigt rund ein Dutzend Mitarbeiter. Foto: Paul-Ruben Mundthal

Marktführer in den App-Download-Charts

Damit hatte er offenbar Recht: Heute ist Yazio Marktführer in den App-Download-Charts unter Fitness-Apps – seit rund einem Jahr steht die Anwendung stabil ganz oben. „In Europa zeigt sich in einigen Märkten dasselbe Bild, in anderen sind wir noch dran“, erklärt Florian Weißenstein. In 20 Sprachen ist die App bereits verfügbar und wird in mehr als 150 Ländern genutzt.

2017 wurde Yazio als „Erfolgreiches Jungunternehmen“ mit dem „Thüringer Gründerpreis“ ausgezeichnet.

Im App Store wurde sie als „Best of 2017“ gewürdigt sowie als „Android Excellence“ App im Play Store. Das Thema Abnehmen bleibt aktuell: Obwohl jeder heute leicht Zugang zu Informationen über Abnehmen und gesunde Ernährung hat, werden die Deutschen immer dicker – 59 % der Männer und 37 % der Frauen sind übergewichtig. Rund 9.000 Fitnessclubs gibt es in Deutschland, 2017 waren dort rund 10,6 Millionen Menschen aktiv. Doch rund ein Drittel der angemeldeten Nutzer lässt sich dort seltener als einmal pro Monat blicken. Apps zum Thema Gesundheit und Fitness verwendet fast jeder zweite Smartphone-Nutzer (45 Prozent). Ebenso viele (45 Prozent) können sich vorstellen, dies künftig zu tun. Ein riesiger Markt also.

Das erfolgreiche Startup wurde bereist mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem „Thüringer Gründerpreis“. Fotos: Paul-Ruben Mundthal

Komplett ohne Investoren finanziert

Doch der Apple App Store bietet rund 2,2 Millionen Apps an, Google Play 3,36 Millionen. Wie spielt man da vorn mit? 90 Prozent der Apps im App Store gelten als „Zombie-Apps“ – sie werden fast nie in den Top-Listen geführt und von Nutzern daher nur gefunden, wenn sie gezielt danach suchen. „Wir haben uns von solchen Zahlen nicht einschüchtern lassen, sondern einfach gemacht“, erklärt Weißenstein. Recht früh dran waren sie auch. Als sie 2013 ihr Studium abschlossen, stellten sie sich die Frage: „Richtig machen oder gar nicht?“ Sie entschieden sich für ersteres und gingen 2014 mit der Yazio App online. Diesen Weg sind sie konsequent alleine gegangen: Bis heute arbeitet Yazio komplett ohne Investoren.

 

Das Unternehmen finanziert sich rein über ein Premium-Modell in der App. „Somit können wir selbstbestimmt arbeiten, was bei unseren Umsatzgrößen sehr außergewöhnlich ist“, erklärt Florian Weißenstein. Es hat ihn und seinen Mitgründer aber auch viel Kraft gekostet: „In den ersten drei Jahren haben wir uns selbst so gut wie kein Gehalt gezahlt, obwohl wir sehr viel Zeit in die Firma gesteckt haben“, erinnert er sich. „Während unsere ehemaligen Kommilitonen alle angefangen haben, in festen Jobs zu arbeiten und gutes Geld zu verdienen, mussten wir uns durchbeißen. Uns war klar: Das ist das unternehmerische Risiko, das es zu tragen gilt. Aber es gab viele  Durststrecken und Momente, die uns extrem herausgefordert haben.“ Es sei eine harte, aber lehrreiche Zeit gewesen: „Du machst bei einem Start-up alles, von Gehaltszahlungen über Recruiting bis Jahresplanung und Serverwartung – und du bringst auch den Müll selber zur Tonne.“ Wer gründen will, dem gibt er folgenden Rat mit auf den Weg: „Man sollte immer davon ausgehen, dass es härter kommt und länger dauert, als man denkt.“ Und gleichzeitig sei es natürlich ein großartiges Gefühl, etwas selbst zu erschaffen für sich und sein Team – und Kunden oder Nutzer ein Stück weit glücklich zu machen.

  • Rang 1

    Investitions-
    volumen

    Rang 1

    Die meisten Deals im Bereich Health wurden zwar in Berlin registriert, bei der Investitionssumme hingegen liegt Thüringen knapp auf Rang 1: Insgesamt 115 Millionen Euro flossen 2017 im Bereich Health an Start-ups in Thüringen.


    Quelle: Start-up-Barometer Deutschland (Januar 2018)

  • Rang 5

    Investitionen
    in deutsche
    Startups 2017
    und 2016

    Rang 5

    Thüringen auf Rang 5 mit insgesamt 118 € Mio. 2016 waren dies gerade 32 € Mio.


    Quelle: Start-up-Barometer Deutschland (Januar 2018)

Aktives Tracking

Weber und Weißenstein haben das Kalorienzählen nicht erfunden. Trotzdem trauten sie sich zu, in dem besonders umkämpften Markt der Abnehm-Helfer zu starten. „Damals gab es bereits große Player auf dem Markt, die waren natürlich auch alle nicht schlecht“, erinnert sich Weißenstein. „Aber wir haben unseren eigenen USP entwickelt.“ Der liegt in der Einfachheit der APP: „Unser Kernprodukt ist ein Kalorienzähler, aber die Nutzer betreiben aktives Tracking“, so der Gründer. „Dass du eingibst, was du gegessen hast, hat einen psychologischen Effekt: Du machst dir bewusst, was auf den Teller kommt und wie viel Energie darin steckt.“

Mit der App kann man Kalorien zählen, Premium-Nutzer haben unter anderem Zugriff auf Ernährungspläne und Rezepte. Foto: Paul-Ruben Mundthal

Das aktive Tracking wird durch viele Hilfsmittel unterstützt, unter anderem können sich die Nutzer Favoriten anlegen und Mahlzeiten, die sich häufig wiederholen, werden automatisch vorgeschlagen. „Das tägliche Handling der App muss so einfach und schnell wie möglich funktionieren“, so Weißenstein. Zudem sei die Datenbank bei Yazio besonders groß und aktuell: „Wenn beispielsweise mal wieder die Rezeptur von Nutella geändert wird, was alle paar Jahre passiert, dann ändern sich auch die Nährwerte – solche Dinge haben wir auf dem Schirm.“ Die meisten Nutzer von Yazio essen wohl eher selten Nutella: Sie wollen abnehmen. Man kann die App aber auch nutzen, um andere ernährungsbezogene Ziele zu erreichen. Sportler wollen vielleicht Makronährstoffe prüfen, Kraftsportler sogar „zu viel“ Kalorien zu sich nehmen, um an Muskelmasse zuzulegen. „Ernährung kann unheimlich viel bewegen“, so Weißenstein. „Und für uns ist es sehr wertvoll zu sehen, wie Leute darüber ihr Leben verändern können.“

Fünf Minuten ins Büro

Und das alles in Erfurt. „Dass wir hier sesshaft geworden sind, hat sich so ergeben“, sagt Weißenstein. „Wir sind einfach nie weggegangen.“ Sebastian ist gebürtiger Erfurter, beide haben in Ilmenau studiert. Weißenstein war zwischendurch für ein Jahr in Berlin, hat in Start-ups gearbeitet, um zu lernen und sich weiter zu entwickeln. „Aber da war mir zu viel los. Ich bin ein Mensch, dem die Hektik der Großstadt zu sehr aufs Gemüt schlägt“, erzählt er. „Hier in Erfurt bin ich mit dem Fahrrad in fünf Minuten im Büro und von meiner Wohnung aus zu Fuß in genauso kurzer Zeit in einem Wald, in dem ich täglich laufen gehe. Das sind für mich die Punkte, die Lebensqualität ausmachen.“

Florian Weißenstein wohnt nur fünf Minuten von seinem Arbeitsplatz entfernt. Foto: Paul-Ruben Mundthal

Er ist kein Sportfanatiker, das Laufen hilft ihm nur, den Kopf frei zu kriegen. Eine Diät gemacht um abzunehmen, hat er noch nie, gibt er zu. Aber er probiert fast alle Mahlzeiten durch, die den Premium-Nutzern der Yazio App in den Menüplänen vorgeschlagen werden. Denn die Gerichte werden von den Ernährungswissenschaftlern im Team selbst entwickelt und in der Büroküche probegekocht. Da ist dann mal skandinavische Woche (Fisch!), Low Carb (Gemüse, Quark, Fleisch – Hauptsache, keine Pasta) oder die ketogene Ernährung (Fett! Sehr viel Fett!) wird getestet.

Wenig Konkurrenz, viel Unterstützung

Die Büroküche ist groß – sie sind extra deswegen umgezogen und die Firma sitzt jetzt in einer ehemaligen Kirche in tollen, hohen und hellen Räumen. „In einer größeren Stadt würden wir viel mehr Miete zahlen“, sagt Weißenstein. „Wir konnten hier wirklich extrem günstig starten.“ Zur Existenzgründung wurde die Kaltmiete gefördert: „Das hat enorm geholfen. Am Anfang zählt ja wirklich jeder Euro.“ Für ihn hat Erfurt noch einen Standortvorteil durch die gute Anbindung an die Metropolen Deutschlands: „Mit der Bahn ist man in unter zwei Stunden in Berlin und nach München fährt man auch nur eine halbe Stunde länger.“ In der Stadt selbst profitieren die Jungunternehmer unter anderem von der Nähe zur Uni - sie arbeiteten beispielsweise anfangs viel mit Werkstudenten zusammen. Zudem sei es ein Vorteil, dass es in der Region wenig Internet-Start-ups gibt, ist Weißenstein überzeugt: „So hatten wir immer ein Alleinstellungsmerkmal. Die Mitarbeiter wiederum profitieren auch von den günstigen Lebenshaltungskosten. Am Ende gewinnen also alle.“

„Wir konnten hier wirklich extrem günstig starten.“

Für Lena war das Kalorienzählen der Weg zu einem schlanken Körper – und in eine gesunde Ernährung. „Ich weiß jetzt, wie viel ich ungefähr essen kann und habe daher auch keine Angst, dass das wieder umschlägt“, erzählt sie. Sie ist überzeugt davon, dass sie dauerhaft bei diesem Konzept bleiben kann. Dass es nicht nur etwas ist, das man in einer bestimmten Phase macht, sondern eine Ernährungsumstellung. „Ich werde in Zukunft nicht wieder so essen wie vorher, sondern dabei bleiben, bis ich ein Gefühl für mich und das richtige Budget bekommen habe.“ Sie will noch etwas abnehmen, ist aber schon sehr zufrieden mit ihrem neuen Körper: „Mir geht es richtig gut und ich fühle mich total wohl in meiner Haut.“

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